Donnerstag, 13. März 2008

Tagesablauf eines armen Studenten...

Morgens um 6 Uhr aufstehen....das hats ja schn seit Zivizeiten nicht mehr gegeben! ziemlich schrecklich, kann mich immer nur aufraffen indem ich an das leckere Fruehstueck einen Stock tiefer denke.

Nachdem ich also mein Privatbad einmal mehr genutzt habe, gehts runter und es gibt entweder eine heisse schokolade oder einen Kaffee. Letzteres ist meistens bitter noetig. Dazu einen Saft, Cornflakes und Semmeln mit koestlichem "Dulce-de-Leche-Karamel"-Aufstrich, der ziemlich genau der Fuellung eines "Riesen"-Bonbon entspricht. Wenn noch Zeit ist, wird noch eine Tuna, Kaktusfrucht, hinterhergestopft.

Dann geht es raus, nicht vom Wachkoeter auffressen lassen (Bild folgt) und 50m bis zur Mainstreet, dort spring ich in den ersten Minibus, der mich fuer 15Cent in 15minuten unter ziemlich viel Gekreisch zur Uni bringt (der Tueroeffner schreit pausenlos das Ziel, was bei 20%Analfabetismus durchaus gewinnsteigernd wirkt). Dann geht es an ungefahr 15 Kiosken vorbei steil bergauf zur Uni, ueber 3 weitere Treppen und man steht vorm Hauptblock. Ich hoffe immer noch auf den Tag, an dem ich diesen Aufstieg joggen kann, ohne n Herzkoller zu kriegen!

Im Uni-Gelaende ist die Luft auch bissl besser als auf der Strasse. Dafuer ist es um halb acht noch arschkalt - gibt ja auch in der ganzen Stadt keine Heizung! Also drei Stunden in den Lama-Pulli kuscheln, spanisch das aus allen Richtungen auf einen einstroemt verarbeiten und einen wachen Eindruck vermitteln.

Mittags gehts entweder flott heim, oder zwischen den Kiosken hindurch zu nehm Internet-schuppen. Die Passage zwischen den Kiosken macht meist auch ziemlich satt. Zu der Zeit ist auch immer so warm, dass man Regenjacke und Pulli laengst in Rucksack gequetscht hat. Wenn man zu lange rumbummelt und seine Muetze vergessen hat, kommt man auch garantiert mit Sonnenbrand heim, egal ob es regnet oder die Sonne scheint.

Nachmittags sind die lustigeren Faecher an der Reihe: Kultur und Kunst in Bolivien und sowas, der Dozent hat das durchaus raus, einen dafuer nochmal aufzuwecken. Z.B. mit der Moche-Kultur, die das "Anden-Kamasutra" geschaffen haben....lohnt sich mal zu googlen (dass sie dabei immer so ne lustige Muetze aufhaben macht den besonderen Reiz aus :-).

Naja, dann ist eigentlich schon Zeit wieder mit dem scheppernden, qualmenden Minibus nachhause su eiern. Wobei ich sagen muss, dass die Luft in La Paz nicht allzu schlecht ist, wahrscheinlich, weil immer ein leichter Wind das Tal hinaufweht und den Dreck aufs Altiplano transportiert.

Daheim dann der Versuch, seitenweise spanische Texte zu verstehen, und dann endlich ein dickes Abendessen, bestehend aus ner Suppe (z.B. mit Quinua oder Mote, zwei "Getreide" hier), nem Hauptgang der meist Fleisch in irgendner Form enthaelt, garantiert aber Reis. Und Freitags ist die Ausnahme, da gibts Lago Titicaca-Forelle. Dessert besteht meistens wieder aus irgendeiner der vielfaeltigen Fruechte. Und natuerlich nicht zu vergessen: Jeder hier hat einen Mixer und bastelt sich seine verschiedenen Saefte selber.

Naja, dann hab ich meistens schon keine Lust mehr, noch mit dem Internet zu kaempfen, dass nur funtkioniert, wenn es nicht geregnet hat (klingt komisch, is aber so). Spiel noch ein bischen auf meiner neuen kleinen 27€ Gitarre und das wars auch schon

Ausser Tobi und Martin wollen wieder unbedingt was unternehmen. Dann heisst s mit dem letzten Minibus in die Stadt hochoemmeln, und nur gerade soviel trinken, dass man auf dem Rueckweg ein ueberfuelltes Trufi (Pkw mit 7 Insassen auf 5 sitzen) noch von einem Entfuehrertaxi unterscheiden kann ;-).

Beim Oeffnen der Gartentuer dann nicht vom Wachhund zerfleischen lassen und schon mal n Kokatee fuer s Aufstehen 3 stunden spaeter richten.


(Hier noch der Free-Pics-Link fuer die Moche-Kultur: http://torretestravel.blogspot.com/2007/03/cermica-moche.html)

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