Mittwoch, 6. August 2008

Inkafestungen - Machu Pichu Tips

Ich hab die Jungs schliesslich gefunden. Zusammen ging es am naechsten Tag durch einen Geschichtsmarathon. Wir wollten eine ganze Reihe von Ruinen um Cusco herum anschauen (Tambomachay, Puka Pukara, Q`enko, Sacsayhuaman) und liessen uns ueberreden, einen Fuehrer zu nehmen... man kann es als Pech oder Gluecksfall sehen, Juan Carlos jedenfalls war der engagierteste Tourismus/Biologie-Student der mir bis jetzt untergekommen ist! Sein Lebensziel scheint es zu sein, Irrtuemer der Menschheit zu beseitigen - so zum Beispiel, dass die Inka kein Volk waren, sondern Inka einfach Koenig bedeutet und das Volk bis heute die Quechua sind; oder dass Sacsayhuaman weder "Sexy Woman", noch "satter Falke" bedeutet, sondern "gestreifter Kopf".
In jedem Fall wussten wir am Abend mehr, unsere Fuesse aber brannten wie noch nie zuvor und die Schaedel brummten - wie gut, dass es in Cuzco ein leckeres Malzbier gibt, um solche Beschwerden zu betaeuben.

Dann ging es nach Machu Picchu. Diese 1911 wiederentdeckte Ruine ist das Mekka aller Suedamerika-Reisenden, jeden Tag bummeln ca 3000 Touris durch die alten Ruinen und wir sind da natuerlich keine Ausnahme!! Obwohl, ein bischen schon. Ich habe ja schon mal den Sparfimmel der Deutschen beschrieben (siehe Post soundso von annodazumal), darin werden wir eigentlich nur von den hier allgegenwaertigen Israelis uebertroffen. Also nahmen wir nicht wie der Rest der Besucher die ueberteuerte Touri-Bahn (Einheimische zahlen ca 1/30, Strasse gibt es nicht, die Schienen entlanglaufen ist verboten...), sondern fuhren im Privattaxi im grossen Bogen um das Tal herum, um dann von hinten bis zum Fuss der Pyramiden hinzulaufen. Das Taxi war immer noch bei weitem billiger als der Zug, ausserdem machten wir bei ein paar anderen Ruinen Stopps, brauchten auf der frisch geteerten, 8 monate alten Strasse keine besonderen Aengste zu haben und kamen nach ca 7 Stunden auch an den Bahnlinien an. Nur eben hinter dem Berg, auf dem die Ruinen liegen. man kann sie vom Endpunkt der Strasse (Hidroelectrica) sogar schon sehen.
Was noch fehlt, sind die laengsten 5 Kilometer meines Lebens die Schienen entlang, nach Aguas Calientes. Dabei umrundet man den Berg mit den Ruinen einmal fast komplett und kommt ziiiemlich fertig an.
Um noch mehr Geld zu sparen ging es am naechsten morgen um 5.30 uhr mit Stirnlampe den Bergpfad hinauf bis zum Tor von Machu Pichu. Wir kamen rechtzeitig zum Sonnenaufgang an, auch wenn der Weg fuer manch einen, mit Durchfall-Attacken, die Hoelle gewesen sein muss.

Die Ruinen sind toll, schoen gelegen, und so sauber ;-) im Vergleich zu vielem anderen, was ich in Suedamerika schon gesehen hab. Da Hans also der Magen grummelte und Tobi sowieso schon seit gestern mit O-Beinen herumlief, weil die Knie im so wehtaten, kletterten nur Martin und ich auf den WaynaPichu, den Hintergrundberg auf jeder Postkarte von Machu Pichu. Das Berglein ist supersteil, man kann fast einen Kilometer in die Tiefe gucken und die verrueckten Inka-Quechua haben da sogar noch Haeuser drauf gebaut!!
Nachmittags dann der Gewaltmarsch zurueck - bei 2 Kranken duerft ihr dreimal raten, wer mal wieder den groessten Rucksack hatte - und in Santa Theresa hatten wir die beste Idee des Tages: "Ab in die Thermalquellen!"
Mit 2,50€ sind die zwar sicher nicht billig, aber wunderschoen, mit verschieden warmen Becken, farbig beleuchteten, eiskalten Wasserfaellen und dass sie Hautausschlag verursachen ist da auch nicht gar so schlimm ;-) (--> also billig im Sinne von Preisen fuer, auf natuerliche Weise warmes, Wasser im hinterletzten, staubigen Kaff)

Morgens um 8 standen wir dann in Santa Maria und unser Taxifahrer tauchte nicht auf. Da wir verschiedene Gelegenheiten aus verschiedenen Gruenden nicht erkannten, standen wir um 16 Uhr immer noch an der gleichen Stelle und hatten alle Stadien der Verzweiflung durchlebt! Dann nahm uns schliesslich doch noch ein Super-Van mit zurueck und nach dem trockensten Haehnchen aller Zeiten war ein letzter Abschied angesagt:
Tobi und Martin fuhren nach La Paz zurueck und Hans und ich bummelten allein durch die Strassen von Cusco... (das war vorgestern, Fortsetzung folgt) (Bilder auch)

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