Sonntag, 7. September 2008

Tapachula - Guatemala, oder "auf Herrn Richters Spuren"

Ja, es ging rund die letzten Tage ;-)

Tapachula ist der suedwestlichste Aussenposten Mexikos - auch wenn man in ganz Chiapas von Mexiko wie von einem anderen Land spricht (schlimmer als die Verhaeltnisse Franken/Bayern/Schland).
Eigentlich wuerde einen in dieser eiligen Grenzstadt nichts zum Bleiben veranlassen. Aber Susi hat genaueste Anweisungen aus dem ersten Stock der Kochstrasse 4 in Erlangen mitgebracht!
Tja und wenn man weiss, wo im Urwald - der gleich hinter der Stadt zu beginnen scheint - eine liebe Claudia schon seit 20 Jahren einen deutschen Stuetzpunkt unterhaelt, dann hat man die Moeglichkeit, die Gegend von ihrer schoensten Seite kennlernen.
Wir fanden uns in einem voooooooll schoenen Ferienhaus umgeben von Urwaldriesen wieder. Vom Vordach her gruesste unser Hausdrache, eine 50cm lange Echse die Susi und abends erfuhren wir bei einer guten Flasche Wein und einer erlesenen Kaeseauswahl ein bischen was ueber das Leben hier, aber z.B. auch, dass man hier bis vor ein paar Jahren gar keinen Wein getrunken hat weil er bei der Hitze gleich verdarb ... stattdessen eben Rum/Branntwein/Tequila ;-)

Auch ein verschlafenes Stranddorf mit dem stolzen Namen San Simon besuchten wir gemaess unseren Anweisungen. Leider hatte der Hurrikan "Stan" vor einigen Jahren den Zugang zu den Mangroven verschuettet. Spuren dieses Unwetters sieht man noch hier und da - und ich dachte zum ersten Mal in meinem Leben darueber nach, wie es wohl so ist, wenn ploetzlich das ganze Haus weg ist ... da kann man genauso gut seinen ersten Geburtstag nochmal feiern!
Ein bischen Stan-Gefuehl kam allerdings auch bei uns auf! Wenn naemlich Hurrikan "Ike" durch die Karibik fegt, dann regnet es hier an der Westkueste - sprich extrem Regenzeit :-/
Wir wollten ja eigentlich noch die Besitzer zweier Kaffee-Fincas besuchen, allerdings stoppte uns der Dauerregen nach 2 Stunden auf der letzten Finca mit OePNV-Anschluss und wir verschoben das auf den naechsten Besuch.

Am naechsten Tag ging es weiter (weiterhin RegenRegenRegen) ueber eine Grenze wie ich sie noch nicht mal zwischen Ecuador und Peru erlebt habe! Oder mal so: Zwischen Bolivien/Peru laeuft der Schmuggel ueber eine seperate Grenze, zwischen Ecuador/Peru ist die Grenze ein grosser Markt und daher nicht als solche erkennbar, zwischen Mexiko und Guatemala aber ist die Grenze sozusagen "oben top und unten flop".
Oben sieht alles hochoffiziell aus und wenn man sich beharrlich weigert den Euro Trinkgeld an die Grenzer zu bezahlen wird auch nicht weiter darauf bestanden. Unten aber fliesst ein breiter, brauner Grenzfluss und direkt unter der Bruecke (wahrscheinlich weil regengeschuetzt und daher trockener?) staken dick bepackte Traeger durch den Fluss, die von Autoteilen bis Papayas alles schmuggeln.

Nach dieser Etappe ging es mit dem "Chicken-Bus", alten amerikanischen Schulbussen in denen 6 Erwachsene und eine Kiste voller Hueher auf eine Stange ... perdon, Sitzreihe passen, nach Quetzaltenango (RegenREgenRegen).
An den Lago Atitlan (kurzer Regenstop um Fotos zu schiessen), nach Antigua ... ENDLICH kein Regen mehr!!! Ja, und hier sind wir noch.

PS: im Hostel mit dem geilsten Fruehstueck weit und breit ;-)

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